Awareness

Gerade gibt es Menschen in Lützerath, die zum Thema Awareness arbeiten und dabei sind, Strukturen zu bilden:

Wir wollen uns kollektiv empowern, übergriffigem Verhalten entgegenwirken, Bildungsangebote schaffen und Personen unterstützen, die von diskriminierendem Verhalten betroffen sind.

Ein Selbstverständnis, Awarenesskonzept und Dokumente dazu finden sich bald hier.

Kommt gerne dazu, oder schreibt uns eine Mail an: awareness[ät]luetzerathlebt.info

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Du bist kein weißer studierter Mann und bist Dir unsicher, ob Du Dich hier wohlfühlen kannst?

Wir sind unter der O1522 65O2277 erreichbar – ruf gerne an!

 ( O durch 0 ersetzen, im Telefon 😉 )

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awareness[ät]luetzarthlebt.info

O1522 65O2277

Das Awareness Team ist eine offene Struktur, in die sich Menschen jederzeit mit einbringen können.

Unser Ziel ist es, dass Menschen sich an diesem Ort wohl fühlen können: Also kommt gerne zu uns, wenn ihr euch unwohl fühlt!

Wir möchten Menschen unterstützen, die übergriffiges oder diskriminierendes Verhalten erleben und beobachten.

– Wir arbeiten mit Definitionsmacht.

Das bedeutet: Menschen können immer selbst bestimmen, was sie als Übergriff oder Diskriminierung erlebt haben.

– Wir arbeiten mit einem betroffenen-zentrierten Ansatz.

Das bedeutet: zuerst bieten wir Betroffenen emotionale Unterstützung im Umgang mit der übergriffigen Situation. Dann fragen wir nach, welche weiteren Schritte die betroffene Person sich wünscht. Das kann z.B. auch bedeuten, in einen Gesprächsprozess mit der übergriffigen Person zu gehen oder durch das A-Team bestimmte Kritikpunkte/Wünsche an die Person zu kommunizieren.

– Wir arbeiten nicht mit Sanktionsmacht für Betroffene.

Das bedeutet: wir setzen nicht einfach jeden Wunsch/jede Forderung von betroffenen Personen durch. Wir sehen uns als A-Team in einer Vermittlungsrolle. Wir wägen als Gruppe unsere unterschiedlichen Wahrnehmungen der Situation ab und besprechen, welche Handlungen & Konsequenzen wir angemessen finden.

Es kann passieren, dass Situationen entstehen, wo Ausschlüsse nicht verhindert werden können, also entweder betroffene Personen ausgeschlossen werden, dadurch, dass sie sich nicht mehr sicher/wohl fühlen, oder übergriffige Personen aktiv von Menschen mit Sanktionsmacht ausgeschlossen werden müssen, um einen sichereren Raum zu schaffen.

In solchen Fällen positioniert sich das Awareness-Team hinter betroffenen Personen und nimmt die Wünsche und Forderungen von Betroffenen auf.

Das A-Team wünscht sich, dass Ausschluss eine Option ist – sieht dies allerdings als allerletzte Instanz.
Das bedeutet dass ein getroffener Entschluss nicht leichtfertig getroffen wird, sondern aus einer geleisteten Vorarbeit resultiert, die in einem intensiven  Reflexionsraum und Dialog mit allen Beteiligten stattgefunden hat.

Das A-Team ist sich bewusst, dass ein Ausschluss eine drastische Maßnahme ist, z.B. für Menschen die diesen Ort als ihr Zuhause anerkennen, daher sollte diese Handlung immer sensibel durchdacht werden und andere Optionen in Erwägung gezogen werden.

Diese Herangehensweise bedarf allerdings, dass dem A-Team Vertrauen von den Menschen vor Ort entgegen gebracht wird und die Handlungen nicht aus Prinzip in Frage gestellt werden.

 

Das Morgenplenum hat am Freitag, 30.10 folgenden Vorschlag bezüglich der Sanktionsmacht des A-Teams konsensiert: (Es gab keine Vetos & keine schweren Bedenken)

„Wir treffen Entscheidungen über Sanktionen kollektiv im Awareness-Team.

Letztlich kann das auch bedeuten, dass wir als A-Team entscheiden, eine Person aus der ZAD auszuschließen.

Das kann nur unter den folgenden Bedingungen passieren:

– Der Ausschluss beruht auf dem konkreten Schutzraumbedürfnis einer betroffenen Person (nicht vom A-Team vorgeschlagen)

– Die übergriffige Person ist nicht gesprächsbereit, nimmt Kritik nicht an, hält sich nicht an Vereinbarungen und/oder verhält sich wiederholt übergriffig

In folgenden Fällen werden Sanktionsentscheidungen nicht nur vom A-Team getroffenen:

– Wenn bestimmte, für den Fall relevante Perspektiven nicht im A-Team repräsentiert sind, können auf Wunsch der betroffenen Person(en) oder des A-Teams Menschen mit den entsprechenden Positionierungen als externe Berater*innen in die Entscheidung miteinbezogen werden

– Die Entscheidung kann auf Wunsch der betroffenen Person(en) in einem öffentlichen Plenum getroffen werden:
Entweder: Es wünscht sich nur die betroffene Person einen Beschluss durch das öffentliche Plenum, dann wird der Fall dort in anonymisierter Form besprochen.
Oder: Es wünschen sich beide Parteien – betroffene und übergriffige Person(en) – einen Beschluss durch das öffentliche Plenum, dann passiert das so.

Wenn Sanktionen getroffen werden, wird das der ZAD in anonymisierter Form transparent gemacht.

Wir begreifen Ausschlüsse als allerletzte Option, nachdem andere Versuche gescheitert sind.
Für den Fall, dass uns ein Ausschluss notwendig erscheint, wünschen wir uns das Vertrauen & die Legitimation der ZAD, solche Sanktionsentscheidung zu treffen und umzusetzen.“

Wir freuen uns über alle, die Awareness-Schichten (mit-)übernehmen – oder anderweitig in der AG mitarbeiten wollen.

Im Anschluss an das Morgenplenum gibt es ein Onboarding-Treffen und um 11:30 das Awareness-Plenum an der Hütte gegenüber vom action-point.

Ihr erreicht das A-Team unter der 015226502277 oder per Mail an awareness[ät]luetzerathlebt.info.

Kommt auch gerne auf das A-Team zu, wenn ihr Kritik an den Strukturen oder Prozessen hier in der ZAD-Rheinland habt!

Lasst uns außerdem Verantwortung nicht an das A-Team auslagern, sondern sie als gesamtes Kollektiv gemeinsam tragen;
achtsam, offen für Kritik und gut miteinander sein!
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