Awareness

In der Gesellschaft in der wir leben kommt es immer wieder zu Verletzungen. Diskriminierung – auf individueller oder struktureller Ebene – ist für fast jede*n an der Tagesordnung. Besonders stark betroffen sind aber marginalisierte Gruppen.

„Marginalisierung bezeichnet die Verdrängung von Individuen oder Bevölkerungsgruppen an den Rand der Gesellschaft. Die Verdrängung kann auf verschiedenen Ebenen erfolgen, also zum Beispiel geografisch, wirtschaftlich, sozial oder kulturell sein; meist spielt sie sich auf mehreren Ebenen gleichzeitig ab.“ (Diversity, Arts, Culture¹)

Sei dabei:

Plenum (Mi & Sa, jeweils 11:30)
Onboarding (zur Zeit  nach Bedarf)
Kommt einfach dazu, oder schreib eine Mail an:
awareness@luetzerathlebt.info

Um die Diskriminierung von FLINTA*, BIPOC, Menschen mit Behinderung oder aus der Arbeiter*Innenklasse (um nur ein paar Gruppen zu nennen) nicht einfach weiter hinzunehmen und zu reproduzieren – wie es ‚in der Gesellschaft‘ tagtäglich passiert – haben wir uns als Awareness-Team gegründet.

So könnt ihr uns erreichen:

  • +4915226502277
  • awareness@luetzerathlebt.info
  • vor Ort persönlich ansprechen oder über Funk nach dem Awareneteam fragen

Wir sind für alle Menschen ansprechbar, denn in einem System das auf Zerstörung & Ausbeutung beruht kann jede*r traumatisierende und verletzende Erfahrungen machen. Dabei ist wichtig zu betonen, dass unsere Solidarität nicht in menschlichen, weißen, endo-, cis-, männlich-privilegierten Kreisen verbleiben darf in denen alle akademisch gebildet, neurotyp und ohne Behinderung sind. Ganz im Gegenteil wollen wir helfen, Grenzen abbauen die für eine exklusive Gruppe Privilegien sichern und alle anderen unterdrücken.

 

Wir sind alle Awareness

Die Verantwortung sich umeinander zu kümmern und solidarisch zu handeln liegt nicht bei uns als Awareness-Team, sondern ist ein gesamtgesellschaftlicher Prozess. Unsere Aufgabe liegt darin Impulse zu liefern um diskriminierendes & verletzendes Verhalten auf allen Ebenen anzugehen, beispielsweise durch Workshops, Inputs oder Gespräche. Auch wollen wir für alle da sein die in überfordernde Situationen kommen und nicht wissen an wen sie sich wenden können.

Das ist natürlich nur ein kurzer Einblick in das was wir tun (wollen). Für mehr Informationen könnt ihr gerne unser Selbstverständnis, sowie das Awarenesskonzept lesen.

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Fahrtkosten:

Nicht alle Menschen können sich mal eben so die Zeit nehmen, Braunkohlebagger und Rodungsmaschinen zu besetzen. Dann noch ein Ticket für den ÖPNV zahlen zu müssen kann für manche dabedeuten, dass sie nicht herkommen können.

Da wir nicht wollen, dass euer Plan herzukommen eben daran scheitert, bieten wir solidarische Unterstützung für die Übernahme von Fahrtkosten an. Schreibt einfach eine Mail an awareness@luetzerathlebt.info

Küche für alle:

Beim Kochen wird versucht, auf Allergien aller Art Rücksicht zu nehmen. Freiheit von Spuren ist allerdings schwer zu gewährleisten. Da das Kochen im Moment über Schichtpläne organisiert ist, wende dich gerne an das jeweilige Team oder trag deine Alllergien gleich am Allergie-Board an der KüfA ein. Fühle dich natürlich auch eingeladen, selber zu kochen (unabhängig ob du Allergien hast oder nicht).

BIPOC-Awareness

Wir haben ein BIPOC-Awareness-Team, dass für euch erreichbar ist wenn ihr Fragen habt oder rassistische Übergriffe erlebt habt. Das Team ist erreichbar unter der folgenden Nummer:

+4915175887486

Das Awareness Team ist eine offene Struktur, in die sich Menschen jederzeit mit einbringen können.

Unser Ziel ist es, dass Menschen sich an diesem Ort wohl fühlen können: Also kommt gerne zu uns, wenn ihr euch unwohl fühlt!

Wir möchten Menschen unterstützen, die übergriffiges oder diskriminierendes Verhalten erleben und beobachten.

– Wir arbeiten mit Definitionsmacht.

Das bedeutet: Menschen können immer selbst bestimmen, was sie als Übergriff oder Diskriminierung erlebt haben.

– Wir arbeiten mit einem betroffenen-zentrierten Ansatz.

Das bedeutet: zuerst bieten wir Betroffenen emotionale Unterstützung im Umgang mit der übergriffigen Situation. Dann fragen wir nach, welche weiteren Schritte die betroffene Person sich wünscht. Das kann z.B. auch bedeuten, in einen Gesprächsprozess mit der übergriffigen Person zu gehen oder durch das A-Team bestimmte Kritikpunkte/Wünsche an die Person zu kommunizieren.

– Wir arbeiten nicht mit Sanktionsmacht für Betroffene.

Das bedeutet: wir setzen nicht einfach jeden Wunsch/jede Forderung von betroffenen Personen durch. Wir sehen uns als A-Team in einer Vermittlungsrolle. Wir wägen als Gruppe unsere unterschiedlichen Wahrnehmungen der Situation ab und besprechen, welche Handlungen & Konsequenzen wir angemessen finden.

Es kann passieren, dass Situationen entstehen, wo Ausschlüsse nicht verhindert werden können, also entweder betroffene Personen ausgeschlossen werden, dadurch, dass sie sich nicht mehr sicher/wohl fühlen, oder übergriffige Personen aktiv von Menschen mit Sanktionsmacht ausgeschlossen werden müssen, um einen sichereren Raum zu schaffen.

In solchen Fällen positioniert sich das Awareness-Team hinter betroffenen Personen und nimmt die Wünsche und Forderungen von Betroffenen auf.

Das A-Team wünscht sich, dass Ausschluss eine Option ist – sieht dies allerdings als allerletzte Instanz.
Das bedeutet dass ein getroffener Entschluss nicht leichtfertig getroffen wird, sondern aus einer geleisteten Vorarbeit resultiert, die in einem intensiven  Reflexionsraum und Dialog mit allen Beteiligten stattgefunden hat.

Das A-Team ist sich bewusst, dass ein Ausschluss eine drastische Maßnahme ist, z.B. für Menschen die diesen Ort als ihr Zuhause anerkennen, daher sollte diese Handlung immer sensibel durchdacht werden und andere Optionen in Erwägung gezogen werden.

Diese Herangehensweise bedarf allerdings, dass dem A-Team Vertrauen von den Menschen vor Ort entgegen gebracht wird und die Handlungen nicht aus Prinzip in Frage gestellt werden.

 

Das Morgenplenum hat am Freitag, 30.10 folgenden Vorschlag bezüglich der Sanktionsmacht des A-Teams konsensiert: (Es gab keine Vetos & keine schweren Bedenken)

„Wir treffen Entscheidungen über Sanktionen kollektiv im Awareness-Team.

Letztlich kann das auch bedeuten, dass wir als A-Team entscheiden, eine Person aus der ZAD auszuschließen.

Das kann nur unter den folgenden Bedingungen passieren:

– Der Ausschluss beruht auf dem konkreten Schutzraumbedürfnis einer betroffenen Person (nicht vom A-Team vorgeschlagen)

– Die übergriffige Person ist nicht gesprächsbereit, nimmt Kritik nicht an, hält sich nicht an Vereinbarungen und/oder verhält sich wiederholt übergriffig

In folgenden Fällen werden Sanktionsentscheidungen nicht nur vom A-Team getroffenen:

– Wenn bestimmte, für den Fall relevante Perspektiven nicht im A-Team repräsentiert sind, können auf Wunsch der betroffenen Person(en) oder des A-Teams Menschen mit den entsprechenden Positionierungen als externe Berater*innen in die Entscheidung miteinbezogen werden

– Die Entscheidung kann auf Wunsch der betroffenen Person(en) in einem öffentlichen Plenum getroffen werden:
Entweder: Es wünscht sich nur die betroffene Person einen Beschluss durch das öffentliche Plenum, dann wird der Fall dort in anonymisierter Form besprochen.
Oder: Es wünschen sich beide Parteien – betroffene und übergriffige Person(en) – einen Beschluss durch das öffentliche Plenum, dann passiert das so.

Wenn Sanktionen getroffen werden, wird das der ZAD in anonymisierter Form transparent gemacht.

Wir begreifen Ausschlüsse als allerletzte Option, nachdem andere Versuche gescheitert sind.
Für den Fall, dass uns ein Ausschluss notwendig erscheint, wünschen wir uns das Vertrauen & die Legitimation der ZAD, solche Sanktionsentscheidung zu treffen und umzusetzen.“

Wir freuen uns über alle, die Awareness-Schichten (mit-)übernehmen – oder anderweitig in der AG mitarbeiten wollen.

Im Anschluss an das Morgenplenum gibt es ein Onboarding-Treffen und um 11:30 das Awareness-Plenum an der Hütte gegenüber vom action-point.

Ihr erreicht das A-Team unter der 015226502277 oder per Mail an awareness[ät]luetzerathlebt.info.

Kommt auch gerne auf das A-Team zu, wenn ihr Kritik an den Strukturen oder Prozessen hier in der ZAD-Rheinland habt!

Lasst uns außerdem Verantwortung nicht an das A-Team auslagern, sondern sie als gesamtes Kollektiv gemeinsam tragen;
achtsam, offen für Kritik und gut miteinander sein!
<3